„Der Staat gegen Fritz Bauer“ – Nachgedanken

Einige lose aber dennoch zutiefst verwirrende Nachgedanken zu dem gestern gesehenen Film:

– es bedarf auch im „demokratischen Rechtsstaat“ keines „offiziellen“ Ermittlungsverfahrens um ständig unter der Beobachtung und Sammlung von Informationen zu stehen, die man später dann entsprechend interpretieren und „verwerten“ kann. Besonders beliebt dabei, die Mitgliedschaft und Teilnahme bei und an politischen Veranstaltungen/Vereinen. Auch sind Krankheiten und vor allem sexuelle Vorlieben besonders ermitzlungswürdig. Heute nennt man so etwas VDS….

– die BRD war zu keinem Zeitpunkt das, was man im Völkerrecht einen souveränen Staat nennt. Dieser Konstruktionsfehler wurde auch später nie bereinigt oder beseitigt und ist vor allem in den Nachkriegszeiten von den nationalsozialistisch erzogenen Juristen sorgsam von Generation zu Generation weitergegeben worden. Ein Fritz Bauer, der trotzdem souverän agierte war daher von Anfang an in weitesten Teilen seines Wirkens zum Scheitern „verurteilt“.

– ich glaube niemals, bei allem ehrlichen Respekt meinerseits gegenüber Fritz Bauer, dass er selbst damit jemals rechnete, nach dem Zeitpunkt, an dem er dem Mossad den entscheidenden Tip zur Ergreifung von Adolf Eichmann gegeben hat, diesen Massenmörder selbst vor ein „deutsches“ Gericht gestellt zu bekommen.

– auch er war bei der Wahl seiner Mittel um an das „Ziel“ zu kommen nicht gerade zimperlich (Erpressung, Vertuschung, bewußte Irreführung…) Das ist ihm aber meiner Meinung nach zu keinem Zeitpunkt vorzuwerfen. Ihm blieb ja quasi keine andere Wahl…

– merkwürdig inhaltlich schwach fand ich in dem Film die Szene mit seinem Fernsehauftritt.  Wollte der Regisseur hier nicht deutlicher Ross und Namen nennen? 

Die schauspielerischen Leistungen in dem Film sind beeindruckend. Die lebenszeitlichen Einordnungen mancher Ereignisse verwirrend.

Mein Fazit: sehenswert, sehr, nachdenkenswert….

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Über andthoro2016

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