Meine Gedanken streiken nicht – Streikgedanken

Wer die Bäche austrocknet, darf sich nicht wundern, wenn eines (nicht fernen) Tages auch die Flüsse und Ströme versiegen….

Alltagsweisheit – Herkunft unbekannt

Vielleicht können sich die ein oder anderen noch an die Anfangszeiten der Privatisierung der Deutschen Bahn erinnern. Herr Mehdorn startete in seinem unnachahmlichen Eifer die Ausdünnung der regionalen Schienennetze. Schliesslich musste die Braut DB für den damals noch für realistisch angesehenen Gang an die Börse „aufgehübscht“ werden. Und dafür wurde dem Personen-Fernverkehr auf der Schiene alle (scheinbar) so unrentablen Nebenstrecken geopfert. Gleichzeitig wucherte die DB als regional tätiges Busunternehmen unkontrolliert über diese Regionen. Genauso wurde es auch mit dem Güter-Schienenverkehr gehandhabt. Erst wurde er schlecht geredet, dann die Nebenstrecken und Firmenanschlüsse gerodet um dann einen fruchtbaren Boden für den inzwischen größten LKW-Spediteur  Deutschlands zu bereiten. Und so scheint es ja auch im Personen Fernverkehr geplant zu sein. Nachdem die DB erkannt hat, dass neben einer „Grundversorgung“ an Personen-Schienen-Fernverkehr auch der Bereich der Fernbusreisen lukrativ sein könnte, wird das Personal (Lokführer, Zugbegleiter etc.) drangsaliert um so den Boden für weitere Strecken und Bereichsschliessungen zu bereiten. Aber gleichzeitig werden sehr leise aber sehr stetig, man könnte auch sagen klammheimlich) die Aktivitäten im Bereich der Fernbusreisen vorangetrieben mit dem Ziel innerhalb kurzer Zeit auch hier die Marktführerschaft wieder an sich zu reißen.

Die momentane GDL-Streikwelle ist da ganz gewiss kein Hindernis für die Konzernlenker und Großaktionäre. Im Gegenteil: so macht man die „Kunden“, ohne eigenen Imageverlust  befürchten zu müssen, geschmeidig für die neuen Geschäfte und die Arbeitnehmer“gefügig“ für diese „schöne neue Welt“.

Und unsere Politiker tun das Ihrige mit diesem unsinnigen und letztendlich wahrscheinlich auch noch verfassungswidrigen Einheitsgewerkschaftsgesetz  dazu. Die Presse klatscht Beifall (seltsam ist dabei: auch sie haben noch nicht gelernt, dass eine kleinquantitative und qualitative Vielfalt allemal für alle wesentlich mehr Vorteile birgt als großstrukturierte Einheitsmedien die den Journalismus versklaven)

Und jetzt soll die qualitativ (sichér auch nicht immer bequeme) Vielfalt der Sparten-Gewerkschaften zugunsten von arbeitgeberhörigen  und leichter manipulierbaren Gewerkschaftsverbänden aufgegeben werden?

Und das gemeine Fußvolk steht dabei und klatscht angepeitscht von Arbeitgebern, Politikern, und Medien auch noch Beifall.

Vielleicht erinnern sie sich dann eines Tages, wenn sie selbst eigene Anliegen durchsetzten wollen, dass Solidarität ein wertvoller und dann sehr selten Rohstoff geworden ist.

Wenn ich den mit manipulierten Streik-„Schadenshöhen“ aufgepeitschten Mob dieser Tag mir so ansehe werde ich sehr, sehr empört was die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft hier in speziell Deutschland angeht.

Wenn die gleichen Beurteilungsmaßstäbe angelegt werden bei der Lösung von Ungleichheiten bei:

– den sozialen Berufen  (Erziehungs-, Pflegeberufe,..)

– den sogenannten „Frauenberufen“ (VerkäuferInnen, FriseurInnen, Hebammen,…)

– den anstehenden demografischen Rentenproblemen

– u.v.m…..

dann sollten wir ganz genau hinschauen, wie gerade mit Griechenland verfahren wird. Dort können wir quasi unter „EU-Laborbedingungen“ beobachten was aus einer Gesellschaft deren soziale Grundlagen auf diese Weisen erodieren. Wenn wir dann ähnliches erleben, sollten wir uns wenigstens erinnern können, dass es einst (heute) in unserer Hand lag, die Weichen anders zu stellen.

PS:

Und ich bin zu Teilen sehr erschüttert über so manche Äußerungen von „Freunden“ „Bekannten“, usw….. auf Facebook, Twitter und sonstigen „sozialen“ Medien die sich durch diese Themen trollen….Ich sehe deren durchaus ehrenwerten medialen Einsatz für Frieden (Ukraine…)  Freiheit (NSA, NSU….) Flüchtlinge und benachteiligte Personengruppen inzwischen sehr gelassen kritisch.

 

 

 

Über thomrosenhagen

Hier: Ganz ohne Denkverbot - Dort: Ganz bei den Menschen + bei der Sache. - Dazwischen: Viel Platz für Phantasie und Kreativität. Vision: eigener Single Malt Whisky here: no scissors in my head there: near the people + near the reality between: plenty of room for imagination and creativity vision: own crafted malt Whisky
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