2014-12-06 Tag 6 meines alternativen Adventskalenders – Nikolaus

Regionales und Politisches in den ungeputzen Wählerschuhen aus den vergangenen Tagen.

Heute morgen wurde mal wieder in der SWR1-„Leute-Sendung“ das Türchen zum CDU-Landes-Parteifunk weit aufgemacht. 2 Jahre(!) vor der nächsten Landtagswahl wurde dem gestern von einem kleinen Teil der CDU Basis präferiertem nächsten Spitzenkandidaten dieser Partei im Land die Ehre einer Extraausgabe dieser Interview-Sendung zuteil. Es fehlte nur der ständig einzublendende Hinweis, dass es sich dabei um eine Dauerwerbesendung handelte.

Ich kann mich nicht erinnern, dass anderen Spitzenkandidaten früherer Wahlen und dabei denen von Nichtregierungsparteien solch eine „Ehre“ zugestanden wurde. Aber es wundert sich auch niemand mehr über diese rein zufälligen Verflechtungen zwischen den Parteien und öffentlich rechtlichen Qualitätsjournaillen.

Das was dann in den Beiträgen klar wurde, war aber auch nur , dass wir hier einen Kandidaten mit dem Charisma eines Erwin Teufel zu erwarten haben. Mehr darf uns aber auch nicht zugemutet werden, denn das haben die Grünen seinerzeit mit der Nominierung von Guido Kretschmann ja auch, wie man derzeit erleben muss, zielsicher erkannt. Und dieses antiquierte Frauenbild dieses Kandidaten wird noch für viel Spaß im Wahlkampf versprechen.

Und dann war da noch vor gut einer Woche der Bericht über den Besuch des Landrates Fuchs (Rems-Murr-Kreis) in einer Partnerkreis-Schule für behinderte Menschen in dem hiesigen Ableger der Qualitätspresse. So ähnlich ist es doch auch mit dem Nikolaus. Kommt mit fragwürdigen Geschenken (hier überdies auch noch als Werbebotschafter von lokalen Firmen, die sich dort keinen eigenen Außendienst leisten können oder wollen), stellt sich selbst als unfehlbar dar, gibt wohlfeile Ratschläge für das Verhalten und nimmt neben den unsäglichen diskriminierenden Attitüden auch noch das wohlige Gefühl mit nach Hause doch mal wieder etwas „Gutes“ getan zu haben. Ich empfehle allen Kreisräten ihrem Landrat hier zu Weihnachten auch ein Tütchen Knete zu schenken, denn: „…Das Schaffen mit Knete fördert die manuelle und kognitive Fähigkeit…“ Etwas was diesem Herrn in den vergangenen Jahren ganz und gar abhanden gekommen scheint.

Landrat bringt Knete für die Schule mit
Partnerschaftstreffen im Komitat Baranya (3): In der Eltes Mátyás Schule werden 333 geistig behinderte Kinder unterrichtet

Inklusion ist auch in Ungarn ein wichtiges Thema. Aus diesem Grund hat die deutsche Delegation aus dem Rems-Murr-Kreis bei ihrem Besuch im Komitat Baranya auch die Eltes-Mátyás-Schule in Pécs besucht. Sie ist seit 1999 die Partnerschule der Fröbel-Schule in Fellbach-Schmiden.

Von Matthias Nothstein

BACKNANG/PÉCS.Das Programm der Partnerschaftsreise war in diesem Jahr proppenvoll, für längere Gespräche mit Verantwortlichen vor Ort oft nur wenig Zeit. So auch im Fall des Schulbesuchs. Dennoch wurde die Delegation aus Deutschland freundlich von Schuldirektorin Zsuzsanna Páváné Kurnik und ihren Kollegen empfangen. Landrat Johannes Fuchs erinnerte an die Partnerschaft der beiden Schulen und würdigte die schwierige Arbeit, die die Lehrer mit ihrem Unterricht mit Kindern mit Behinderung leisten. Laut Fuchs geht es nicht nur um die Arbeit direkt mit den Kindern, sondern auch um den Austausch zwischen den Lehrern. So haben in der Vergangenheit bereits etliche Lehrer an der Partnerschule hospitiert und viele Aspekte zum Beispiel im Bereich Methodik debattieren und Eindrücke einbringen können. Die Inklusion von Behinderten im Alltag ist laut Fuchs ein Thema, „über das wir uns in der Partnerschaft immer wieder austauschen können“.

Fuchs übergab bei dem Besuch ein kleines Gastgeschenk – ein Paket mit Knete. Das Schaffen mit Knete fördert die manuelle und kognitive Fähigkeit der jungen Menschen, zeigte sich Fuchs überzeugt. Zudem wird das Gastgeschenk im Landkreis hergestellt, nämlich von der Schorndorfer Firma Weible. Die regionale Herkunft war immer ein wichtiger Aspekt bei den Gastgeschenken. So überreichte Fuchs zum Beispiel an anderer Stelle Stiefel- oder Schuhspanner der Fellbacher Firma Nico – Norbert Schmid GmbH & Co. KG beziehungsweise als „leuchtenden Gruß“ LED-Taschenlampen, die von der Murrhardter Firma Acculux, Witte & Sutor GmbH fabriziert werden.

An der Eltes-Mátyás-Schule werden insgesamt 333 geistig behinderte Schüler und Jugendliche – überwiegend aus der Stadt selbst und aus der Baranya – von 141 Lehrern und Angestellten unterrichtet und betreut. An der Ganztagsschule werden die Kinder bis 16 Uhr versorgt. Ihnen stehen verschiedene Möglichkeiten der Therapie zur Verfügung, so unter anderem Kunst-, Bewegungs- und Tiertherapie. Zur Verdeutlichung dieses Konzepts war während des Besuchs aus Deutschland auch Therapiehund Szotyi mit Frauchen Timea Roth zur Stelle.

Nach dem Kindergarten, der Grundschule und der Fachmittelschule können die Jugendlichen bis zum Alter von 23 Jahren im Wohnheim-Internat bleiben. Sie werden mit der Arbeitsvorbereitung auf die Zukunft eingestimmt. Wie diese jedoch aussieht, ist schwer zu sagen. Nur wenige Firmen bieten Arbeitsplätze für geistig Behinderte.

Eine deutliche Verbesserung gab es in den vergangenen zwei Jahren bei der Bezahlung der Arbeitskräfte. Während sich die Lehrerinnen früher mit einem Monatslohn von 380 Euro durchs Leben schlagen mussten, wurde das Gehalt vom Staat auf nunmehr 700 bis 800 Euro angehoben. Dafür müssen die Pädagogen aber auch länger arbeiten.

Unbefriedigend bleibt die Lage bei der Ausstattung der Schule. Hier ist die Situation unverändert schwierig. Alles muss sehr rechtzeitig beantragt werden. Ein Grund, weshalb viele Lehrer das Unterrichtsmaterial selber organisieren.

http://www.bkz-online.de/node/792211

Und als Abfallprodukt, und so ganz nebenbei und selbstverständlich, werden in diesem Zeitungsartikel Menschenbilder und Arbeitsbedingungen hingenommen, manifestiert und zementiert. Ja, ihr habt recht gesehen er schreibt von „Frauchen“ die zur „Stelle“ ist. Und er schreibt von „Verbesserungen“ wenn er von Monatseinkommen von Euro 700-800 Euro schreibt. Aber dafür müssen sie ja länger arbeiten also kann es gut sein, dass der Wert, die Wertschätzung, dieser Arbeit gar nicht gestiegen ist. Und das mit dem Unterrichtsmaterial – fragt mal hier an sogenante Brennpunktschulen nach!

Über thomrosenhagen

Hier: Ganz ohne Denkverbot - Dort: Ganz bei den Menschen + bei der Sache. - Dazwischen: Viel Platz für Phantasie und Kreativität. Vision: eigener Single Malt Whisky here: no scissors in my head there: near the people + near the reality between: plenty of room for imagination and creativity vision: own crafted malt Whisky
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