Was heißt hier „schulreif“? (Zum gleichnamigen Artikel in der FASZ Nr. 34 vom 25.08.2013)

Seit ein paar Jahren stellt sich alljährlich diese Frage aufs Neue zum Schulanfang. Es ist eine äußerst unangenehme Frage der sich in erster Linie die Eltern stellen müss(t)en. Aber die Elterngeneration der schulpflichtigen Kinder hat über der eigenen maß- und ziellosen Selbstverwirklichung in Beruf und Freizeit vergessen, daß gerade die eigenen Kinder nach erreichbaren Zielen gemessen und geführt werden wollen.

Aber wie auch in den Berufs- und Freizeitangelegenheiten wird bei nicht erreichten Zielen nicht etwa die eigene Anstrengungsverweigerung hinterfragt, sondern die Berechtigung zur Leistungsmessung und zur Leistungserwartung der jeweiligen Bereiche angezweifelt. So auch der Bereich „Schule“.Mit der Frage: „Ist die Schule „kindgerecht“….“ wollen die Schulpsychologen laut FASZ den Fokus umkehren und verkennen dabei vollkommen die gesellschafts- und entwicklungspolitische Brisanz ihrer Verharmlosung der entwicklungspsychologischen Versäumnisse gerade ihrer Zunft. Ähnlich wie bei den Anpassungen der Umweltgift-Grenzwerten ist auch hier nur der verzweifelte Versuch zu erkennen, die eigene Unfähigkeit zur tätigen Veränderung herunterzureden und wie in der Politik üblich jemand anderen als Verantwortlichen zu benennen und zu brandmarken…

Und es ist frustrierend mitansehen zu müssen, daß nach den Frauen, Müttern, Erzieherinnen jetzt auch ganz unwidersprochen selbstverständlich den Grundschullehrerinnen das Versagen der Kinderentwicklung angelastet wird. Der Artikel in der heutigen FASZ-Ausgabe ist geradezu ein Paradebeispiel an rollenspezifischer Beurteilung mit schichtenspezifischem Hintergrund, und es ist kein Wunder, daß er von einem Mann verfaßt wurde.

Das Ganze dann auch noch mit dem Reizthema „Inklusion“ zu garnieren, halte ich als weiteren bewußten Fehlgriff.

Aber dann als Themenzeile auch noch „Im Gleichschritt marsch war gestern“ zu wählen grenzt schon an tiefer sitzender Verweigerung sich mit dem Thema grundsätzlich auseinandersetzen zu wollen.

Wer seine journalistische Arbeit so schlampig erledigt braucht sich nicht zu wundern, wenn er bei der Behandlung des Themas „Schulreife“ nicht im Zusammenhang mit dem Begriff „Qualitätsjournalismus“ in Verbindung gebracht wird.

Über thomrosenhagen

Hier: Ganz ohne Denkverbot - Dort: Ganz bei den Menschen + bei der Sache. - Dazwischen: Viel Platz für Phantasie und Kreativität. Vision: eigener Single Malt Whisky here: no scissors in my head there: near the people + near the reality between: plenty of room for imagination and creativity vision: own crafted malt Whisky
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